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Verfahren wegen mutmaßlicher Zuhälterei

Presseinformation

Verfahren wegen mutmaßlicher Zuhälterei

Strafsache gegen Hikmet D., geb. 1986 und Ayhan D., geb. 1990

Das Amtsgericht Hannover verhandelt unter dem Vorsitz von

Rin Sarah Reetz am 14.06.2018 um 09:00 Uhr in Saal 2173

ein Verfahren wegen des Vorwurfs der Zuhälterei u. a.

Der Angeklagte Hikmet D. soll eine Frau, die er Ende 2015 in einem Telefon-Chat kennengelernt habe, gebeten haben, nach Garbsen zu kommen und dort in die Wohnung seines Onkels zu ziehen, welcher zu dem damaligen Zeitpunkt nicht dort aufhältig gewesen sei. Da der Angeklagte Hikmet D. zu diesem Zeitpunkt selbst in Strafhaft gewesen sei, habe er der Frau erklärt, dass sich der Angeklagte Ayhan D. um sie kümmern werde, bis er aus der Haft entlassen werde. Als die Geschädigte die Wohnung bezogen und gegenüber dem Angeklagten Ayhan D. erklärt habe, dass sie sich einen Job suchen wolle, habe sich dieser nicht einverstanden gezeigt. Stattdessen habe er sie aufgefordert, sich für ihn zu prostituieren, da sowohl er als auch sie Geld benötigen würden. Nachdem sich die Geschädigte zunächst nicht darauf einlassen habe wollen, habe sie der Angeklagte Hikmet D. telefonisch aus der Justizvollzugs-anstalt kontaktiert und sie aufgefordert, zu tun, was sein Bruder von ihr verlange. Der Angeklagte Ayhan D. habe außerdem gedroht, dass er sie umbringen werde, wenn sie nicht für ihn anschaffen gehe. Die Geschädigte sei schließlich der Aufforderung nachgekommen und habe von Anfang Februar bis Ende März 2016 als Prostituierte für die Angeklagten gearbeitet.

Der Angeklagte Ayhan D. habe zu diesem Zweck jeweils ein Zimmer in der Braunstraße in Hannover sowie im „Eros" in Duisburg und in der "Harmonie" in Hamburg gemietet, in denen die Geschädigte die Freier empfangen habe. Zudem habe er Reizwäsche und Kondome für die Geschädigte besorgt, habe ihr die Preise für die unterschiedlichen sexuellen Praktiken vorgeschrieben und sie jeweils zu den Arbeitsstellen gebracht und sie wieder abgeholt.

Der Angeklagte Hikmet D. habe die Geschädigte während des gesamten Zeitraums mehrfach angerufen und ihr gedroht, dass er oder sein Bruder sie umbringen würden, wenn sie sich nicht weiter prostituieren würde.

Ihren Verdienst in Höhe von ca. 500 - 600 EUR pro Arbeitstag soll die Geschädigte jeweils an den Angeklagten Ayhan D. abgegeben haben. Sie selbst soll nur kleine Beträge erhalten haben, um sich etwas zu essen kaufen zu können.

Zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt sollen die Angeklagten die Geschädigte aufgefordert haben, dass sie sich als Zeichen dafür, dass sie dem Angeklagten Hikmet D. gehöre, dessen Spitznamen „Hakim" auf die Brust tätowieren lasse. Aufgrund der andauernden Drohungen, dass sie sie umbringen würden, wenn sie nicht tue, was von ihr verlangt werde, habe die Geschädigte nachgegeben und sich den Schriftzug auf die Brust tätowieren lassen.

Am 29.03.2016 soll der Angeklagte Ayhan D. der Geschädigten mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, nachdem diese ihm zuvor per SMS mitgeteilt habe, dass sie sich nicht weiter für ihn prostituieren werde.

Az: 251 Ds 302/17

Ansprechpartner: Pressedezernat Amtsgericht Hannover, jens.buck@justiz.niedersachsen.de, Tel: 0511/347-23 91; 0163/347-33 24

Artikel-Informationen

05.03.2018

Ansprechpartner/in:
Herr Pressesprecher RiAG Jens Buck

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