klar

Verfahren wegen mutmaßlicher Kindesentziehung

Verfahren wegen mutmaßlicher Kindesentziehung

Strafsache gegen Kais B., geb. 1977

Das Amtsgericht Hannover verhandelt unter dem Vorsitz von

RinAG Dr. Monika Pinski am 19.04.2018 um 13:00 Uhr in Saal 3014

ein Verfahren wegen des Vorwurfs der Kindesentziehung.

Der Angeklagte soll seit dem 25.03.2017 der Kindesmutter die beiden gemeinsamen Kinder, zwei Mädchen im Alter von 11 und 9 Jahren, vorenthalten haben.

Mit Zustimmung seiner Ehefrau soll er im Sommer 2015 zusammen mit den Kindern nach Tunesien gereist sein und die Kinder dort zu seinen Eltern verbracht haben. Es soll vereinbart gewesen sein, dass der Angeklagte und die Kinder nach 6 Monaten wieder nach Deutschland zurückkommen sollten. Als die Kindesmutter am 16.01.2016 mit den Kindern von Tunesien nach Deutschland habe reisen wollen, habe der Angeklagte dieses nicht zugelassen, sodass die Kindesmutter allein nach Hannover habe zurückkehren müssen. Der Angeklagte wurde bereits am 25.05.2016 wegen Kindesentziehung im Zeitraum vom 16.01.2016 bis zum 20.05.2016 zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Diese Strafe hat er voll verbüßt. Eine Rückführung der Kinder aus Tunesien soll, trotz zahlreicher Beteuerungen in Hauptverhandlungen des Angeklagten, an dessen nicht erteilter Zustimmung zur Rückführung der Kinder nach Deutschland gescheitert sein.

Der nunmehr angeklagte Zeitraum bezieht sich auf die Zeit der Inhaftierung. Das angeklagte Delikt ist ein sogenanntes Dauerdelikt, welches jeden Tag neu begangen werden kann. Eine Rückführung der Kinder hat der Angeklagte bislang abgelehnt.

Zur Zeit befindet sich der Angeklagte in Untersuchungshaft.

Az: 230 Ds 72/18


Ansprechpartner: Pressedezernat Amtsgericht Hannover,
jens.buck@justiz.niedersachsen.de, Tel: 0511/347-23 91; 0163/347-33 24

Buck

Richter am Amtsgericht

-Pressedezernent-

Artikel-Informationen

11.04.2018

Ansprechpartner/in:
Herr Pressesprecher RiAG Jens Buck

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln