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Nachträgliche Änderung der Reisezeit als Reisemangel

Presseinformation

Nachträgliche Änderung der Reisezeit als Reisemangel?

Zivilsache

Das Amtsgericht Hannover verhandelt unter dem Vorsitz von

RinAG Dagmar Frost am 30.11.2017 um 12:15 Uhr in Saal 2143

über eine Klage auf Reisepreisminderung und Schadensersatz wegen nachträglicher Änderung der An-/Abreisezeit.

Der Kläger begehrt von einem hannoverschen Reiseunternehmen einen Betrag von 892,41 EUR. Der Kläger hat bei der Beklagten am 20.01.2016 eine 14-tägige Pauschalreise für die Zeit vom 30.05. bis zum 13.06.2016 für sich, seine Ehefrau und seinen Sohn gebucht. Der Preis für die Pauschalreise in den Robinson Club Pamfilya betrug 5.163 EUR.

Der Kläger macht geltend, dass ausweislich der Buchungsbestätigung der Hinflug am 30.05.2016 um 05:55 Uhr mit einer Ankunft in Antalya um 10:30 Uhr und der Rückflug am 13.06.2016 um 19:40 Uhr mit einer Ankunft in Hamburg um 22:30 Uhr habe stattfinden sollen. Die Beklagte habe dem Kläger am 29.05.2016 mitgeteilt, dass der Hinflug für den 30.05.2016 auf 15:05 Uhr und der Rückflug am 13.06.2016 auf 10:50 Uhr verschoben worden sei. Er macht geltend, dass durch die Verschiebung der Flugzeiten zwei Reisetage verloren gegangen seien. Dementsprechend macht er für beide Tage eine Minderung des Tagespreises von 50 % geltend.

Darüber hinaus macht der Kläger Schadensersatz für alternativ gebuchte Flüge geltend. Der Kläger habe sich im Wege der Selbstabhilfe am 30.05.2016 einen Hinflug ab Hamburg 09:50 Uhr für 189,47 EUR und am 13.06.2016 einen Rückflug um 19:05 Uhr für 333,88 EUR gebucht. Diesen Betrag möchte er ersetzt haben.

Die Beklagte ist der Auffassung, dass die Änderung der Flugreisezeiten in den Grenzen des Zumutbaren gelegen hätten. Ein Reisemangel liege nicht vor. Auch ein Schadensersatzanspruch bestünde nicht, da kein derart erheblicher Reisemangel vorgelegen habe, der eine Selbsthilfe in Form von Buchung von Alternativflügen erforderlich gemacht hätte.

Az: 458 C 8672/17

Ansprechpartner: Pressedezernat Amtsgericht Hannover

jens.buck@justiz.niedersachsen.de,

Tel: 0511/347-23 91; 0163/347-33 24

Artikel-Informationen

09.11.2017

Ansprechpartner/in:
Amtsgericht Hannover

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