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Verfahren wegen mutmaßlicher Körperverletzung im Amt und Freiheitsberaubung

Verfahren wegen mutmaßlicher Körperverletzung im Amt und Freiheitsberaubung

Strafsache gegen Tobias W., geb. 1977

Das Amtsgericht Hannover verhandelt unter dem Vorsitz von

Rin Julia Vogt am 22.06.2018 um 09:00 Uhr in Saal 2241

ein Verfahren wegen des Vorwurfs der Körperverletzung im Amt und der Freiheitsberaubung.

Der Angeklagte ist Polizeikommissar. Am 22.10.2017 gegen 05:00 Uhr soll er gemeinsam mit einer Polizeikommissaranwärterin im Bereich des Steintors die Personalien einer auf der Außenbestuhlung des dort befindlichen Eiscafés schlafenden Person überprüft haben.

Zu diesem Zeitpunkt seien zwei Zeuginnen hinzugetreten und hätten den Beamten mitgeteilt, dass sie zuvor von einer Gruppe unbekannter Männer angesprochen und zum Mitkiffen aufgefordert worden seien. Der Angeklagte soll auf die zu diesem Zeitpunkt noch andauernde Kontrolle der schlafenden Person hingewiesen, eine der Zeuginnen aufgefordert haben, zurückzutreten und die Maßnahme nicht zu stören. Daraus soll sich ein Streitgespräch zwischen dem Angeklagten und der Zeugin entwickelt haben, im Zuge dessen zunächst der Angeklagte die Zeugin, sodann die Zeugin den Angeklagten zurückgeschoben haben soll.

Als die Zeugin der Anweisung, Abstand zu halten, beharrlich nicht nachgekommen sei, sondern weiter auf den Angeklagten eingeredet habe, soll sich dieser entschlossen haben, die Kontrolle der schlafenden Person abzubrechen und stattdessen die Zeugin zur Durchsetzung eines Platzverweises, den er zur Absicherung der Kontrolle der schlafenden Person ausgesprochen gehabt habe, in Gewahrsam zu nehmen. Dazu hätten er und die Polizeikommissaranwärterin die Zeugin an den Armen ergriffen, woraufhin diese mit den Armen um sich geschlagen und der Angeklagte den Arm der Zeugin auf den Rücken gedreht habe. Hierdurch habe die Zeugin Schmerzen erlitten. Der Angeklagte und die Polizeikommissaranwärterin hätten sodann die Hände der Zeugin gefesselt, sie in den Funkstreifenwagen und sodann auf die Wache der Polizeiinspektion Mitte verbracht. Dort sei die Zeugin um 05:40 Uhr entlassen worden.

Als der Angeklagte und die Polizeikommissaranwärterin die Zeugin in den Funkstreifenwagen verbracht gehabt hätten, hätte diese über zu fest arretierte Handfesseln geklagt. Dieses habe ihre Begleitung, die weitere Zeugin veranlasst, die Tür des Funkstreifenwagens zu öffnen, um die Polizeikommissaranwärterin zu bitten, die Handfesseln zu lösen. Daraufhin soll der Angeklagte die weitere Zeugin aufgefordert haben, dieses zu unterlassen und sie zeitgleich kraftvoll an der Schulter zurückgezogen haben. Hierdurch sei die Zeugin gegen einen Baum gestoßen und habe sich eine Oberschenkelprellung, sowie 2 Hämatome am Oberschenkel zugezogen.

Az: 210 Ds 152/18

Ansprechpartner: Pressedezernat Amtsgericht Hannover, jens.buck@justiz.niedersachsen.de, Tel: 0511/347-23 91; 0163/347-33 24

Artikel-Informationen

21.06.2018

Ansprechpartner/in:
Herr Pressesprecher RiAG Jens Buck

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