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Verfahren wegen mutmaßlicher gewerbsmäßiger Untreue u.a.

Presseinformation

Verfahren wegen mutmaßlicher gewerbsmäßiger Untreue u.a.

Strafsache gegen Evgenia M., geb. 1984

Das Amtsgericht - Schöffengericht - Hannover verhandelt unter dem Vorsitz von

RiAG Dr. Simon Schnelle am 12.06.2018 um 09:00 Uhr in Saal 3112

ein Verfahren wegen des Vorwurfs der gewerbsmäßigen Untreue, des Betruges und der Urkundenfälschung in insgesamt 156 Fällen.

Die Angeklagte soll seit 2003 als Sekretärin einer Religionsgemeinschaft in Hannover tätig gewesen sein und dort eine Vielzahl von Verwaltungsaufgaben wahrgenommen haben. Die Angeklagte soll die in dieser Funktion empfangenen Bargeldbeträge nicht, wie vorgesehen der Gemeindekasse zugeführt und Überweisungen auf Konten von Verwandten und nahestehenden Bekannten veranlasst haben.

In 39 Fällen soll die Angeklagte Bargeld von Gemeindemitgliedern für die Teilnahme ihrer Kinder an Ferienlagern entgegengenommen und insgesamt 10.600 EUR für sich behalten haben.

In einem weiteren Fall soll sie von einem Gemeindemitglied einen Seminarbeitrag in Höhe von 230 EUR erhalten und für sich selbst verwendet haben.

In weiteren 35 Fällen soll sie Bargeld für eine Gemeindereise von Gemeindemitgliedern entgegengenommen und insgesamt einen Betrag von 16.178 Euro für sich behalten haben.

In weiteren 23 Fällen soll sie Lastschriften und Überweisungen nicht ordnungsgemäß bearbeitet und insgesamt 15.500 EUR auf das Konto ihrer Mutter überwiesen haben.

In weiteren 4 Fällen soll die Angeklagte Zahlungen für Bestattungen an die Gemeinde für sich selbst behalten haben. Insgesamt soll hier ein Schaden von 4.833,07 EUR entstanden sein.

In weiteren 8 Fällen soll die Angeklagte, der für die Gemeinde zuständigen Buchhalterin, unberechtigte Rechnungen mit Mahnschreiben vorgelegt haben, um so unberechtigte Zahlungen zu erreichen. Insgesamt soll auf diese Weise zu Unrecht ein Betrag von 10.514,59 EUR auf Konten angewiesen worden sein, auf die die Angeklagte Zugriff gehabt habe.


In 5 weiteren Fällen soll die Angeklagte das durch die Gemeinde verwendete Online Banking Programm so verändert haben, dass sie die Namen der dort aufgeführten Zahlungsempfänger mit Bankkontodaten von Angehörigen oder Bekannten verknüpfte, auf deren Konto die Angeklagte Zugriff gehabt habe. Insgesamt sollen auf diese Weise zu Unrecht 850 EUR überwiesen worden sein.

In weiteren 41 Fällen soll die Angeklagte von Gemeindemitgliedern im Voraus geleistete Zahlungen angenommen und quittiert und diese Zahlungen an die Gemeindebuchhalterin wie vorgesehen für eine Gemeindereise weitergeleitet haben. Sodann soll sie die Buchhalterin per E-Mail aufgefordert haben, diese Beträge zurückzuzahlen, weil die Reisen nicht angetreten worden seien. Zur Rücküberweisung soll die Angeklagte der Buchhalterin falsche Empfängerkonten übermittelt haben, so dass die Beträge auf Konten überwiesen worden seien, auf die die Angeklagte Zugriff gehabt habe. Insgesamt soll die Angeklagte hierdurch Überweisungen in Höhe von 64.510 EUR erlangt haben.

Der Gesamtschaden soll insgesamt 125.401,15 EUR betragen.

Az: 241 Ls 563/17

Ansprechpartner: Pressedezernat Amtsgericht Hannover, jens.buck@justiz.niedersachsen.de, Tel: 0511/347-23 91; 0163/347-33 24

Artikel-Informationen

28.05.2018

Ansprechpartner/in:
Herr Pressesprecher RiAG Jens Buck

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