klar

Verfahren wegen mutmaßlichen gewerbsmäßigen Betruges

Verfahren wegen mutmaßlichen gewerbsmäßigen Betruges

Strafsache gegen Ilongo L., geb. 1984 und Nazarius N., geb. 1981

Das Amtsgericht Hannover verhandelt

am 10.10.2018 in Saal 2170 um 09:30 Uhr

ein Verfahren wegen des Vorwurfs des gewerbsmäßigen Betruges in 4 Fällen, davon in 2 Fällen als Versuch.

Am 25.10.2016 soll ein Ehepaar eine Wohnung in einem Internetportal zur Vermietung angeboten haben. Einen Tag später soll sich der Angeklagte L. gemeldet haben, der sich als in Afghanistan stationierter amerikanischer Soldat namens „Warren Harris" ausgegeben habe. Auf diese Weise sei es zu einem Kontakt mit wechselseitigen E-Mails zwischen den Geschädigten und dem Angeklagten L. gekommen. Im Rahmen dieses Austausches habe der Angeklagte L. den Geschädigten wahrheitswidrig mitgeteilt, über Bargeld von 10,2 Millionen EUR zu verfügen, welches sich in Afghanistan befinde und in die Bundesrepublik Deutschland verbracht werden solle. In der Folgezeit soll der Angeklagte L. den Geschädigten das Angebot unterbreitet haben, bei der Einfuhr und der Verwahrung des Bargeldes als Vertrauensperson des Angeklagten behilflich zu sein. Hierfür soll er eine Belohnung von 20 % der Bargeldsumme versprochen haben.

Entsprechend der Aufforderung des Angeklagten L. sollen die Geschädigten am 01.11.2016 über einen Finanzdienstleister eine Summe von 940 EUR zzgl. 15,50 EUR Gebühr an einen, vom Angeklagten L. benannten, Empfänger in der Türkei überwiesen haben. Diese Summe habe Gebühren abdecken sollen, die für den Transport des in einer Box befindlichen Bargeldes über den Luftweg aus Afghanistan hätten entstehen sollen.

Nach weiteren E-Mails zwischen den Geschädigten und dem Angeklagten L. soll der Angeklagte den Geschädigten mitgeteilt haben, dass diese, anlässlich der Übergabe des Bargeldes in einem Hotel in Hannover, eine Summe in Höhe von 7.000 EUR in bar an einen dort anwesenden Diplomaten entrichten müssten. Auch diese Summe sei zur Begleichung weiterer Kosten und Steuern für den Transport des Bargeldes angefallen. Im Glauben an die Richtigkeit dieser Angaben sollen die Geschädigten dem vermeintlichen Diplomaten am 03.11.2016 in dem Hotel


in Hannover das Bargeld übergeben haben. Der angebliche Diplomat sei der Angeklagte L. gewesen, der in Begleitung des Angeklagten N., der als Dolmetscher aufgetreten sei, und eines unbekannt gebliebenen Mittäters zu dem Termin erschienen sei. Im Anschluss daran hätten die Geschädigten einen Reisetrolley, in dem sich ein kleiner verschlossener Möbeltresor befunden habe, erhalten. In dem Möbeltresor soll sich in Geldscheinformat zugeschnittenes, weißes Papier befunden haben, welches angeblich mittels einer aufwendigen chemischen Prozedur entfärbtes Bargeld gewesen sei.

Im Rahmen des weiteren E-Mail Kontakts zwischen dem Angeklagten L. und den Geschädigten, soll der Angeklagte L. die Geschädigten aufgefordert haben, eine Bargeldsumme in Höhe von 100.000 EUR zu beschaffen. Dieses Bargeld sei nötig, um das entfärbte Bargeld in den Tresor im Rahmen einer chemischen Prozedur wieder in seinen Ursprungszustand zu versetzen. Die Geschädigten sollen es jedoch abgelehnt haben, diesen Geldbetrag beizubringen und stattdessen die Rückzahlung des bereits gezahlten Geldes gefordert haben.

Daraufhin soll der Angeklagte L. am 19.11.2016 erneut Kontakt mit den Geschädigten aufgenommen und ihnen die Zusage von 1.000.000 EUR einer Bank geschickt haben. Dazu hätten die Geschädigten vorab 1.000 EUR an eine Bank in England zahlen sollen. Die Geschädigten sollen daraufhin Kontakt zu ihrer eigenen Bank aufgenommen haben, welche ihnen geraten hätte, von diesem Geschäft Abstand zu nehmen. Dieses sollen die Geschädigten dann auch getan haben.

Az: 250 Ls 38/18

Ansprechpartner: Pressedezernat Amtsgericht Hannover, jens.buck@justiz.niedersachsen.de, Tel: 0511/347-23 91; 0163/347-33 24

Artikel-Informationen

27.06.2018

Ansprechpartner/in:
Herr Pressesprecher RiAG Jens Buck

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